Wenn Plan A zu oft gewählt wurde, darf auch mal Plan L ran.
Eigentlich sollte es wieder nach Korfu gehen. Wie so oft. Wie so schön. Aber irgendwann kommt der Moment, da denkt man sich: Schon wieder Korfu? Also wurde aus dem altbewährten Plan A kurzerhand ein mutiger Plan L – L wie Lefkada. Noch nie gehört? Ging mir genauso.
Ein bisschen Recherche hier, ein paar Bilder da – türkisblaues Wasser, grüne Hügel, charmante Dörfer… und plötzlich war ich ziemlich sicher: Lefkada könnte was werden. Und zack – war der Flug gebucht, das Abenteuer startklar und meine Neugier geweckt.
Was ich auf dieser mir völlig unbekannten Insel alles erlebt habe? Sonne satt, wilde Straßen, verwunschene Buchten, echte Entdeckermomente – und vielleicht sogar einen neuen Lieblingsort.
Anreise – Von Parken, Piloten und perfekten Abläufen
Manchmal läuft’s einfach rund – sogar beim Fliegen!
Los ging’s in Frankfurt – für mich ganz entspannt mit Wallet-Parking: Vorfahren, Schlüssel abgeben, ein paar Schritte und schon stand ich im Terminal. Kein wildes Parkplatzsuchen, kein Kofferjonglieren durch Parkhäuser – einfach direkt rein ins Urlaubsgefühl.
Die Gepäckaufgabe? Inzwischen fast schon wie ein Selbstbedienungsrestaurant – nur ohne Pommes. Selbst einchecken, Koffer selbst aufgeben, keine Schlangen, kein Stress. Ich war selbst überrascht, wie schnell das alles ging. So darf’s gerne immer sein.
Dann hob der Flieger mit Condor ab – Ziel: Aktion Airport (ja, der heißt wirklich so), der kleine Flughafen ganz in der Nähe von Lefkada. Der Flug dauerte knapp zweieinhalb Stunden, ein bisschen hügelig in der Luft, aber mit schöner Aussicht und Vorfreude im Bauch war das schnell vergessen.
Die Landung in Aktion war easy: kleiner Flughafen, alles übersichtlich, kein Großstadt-Gedöns. Innerhalb kürzester Zeit stand ich an der Mietwagenstation, nahm mein rollendes Inselabenteuer entgegen – und schon nach einer guten halben Stunde Fahrt war ich auf Lefkada.
Fazit: Die Anreise? Genauso angenehm wie ein lauwarmer Frappé im Schatten. 🧳✈️☀️
Zwischenlanden mit Stil – Shopping, Stadtluft und frischer Fisch
Wenn der Check-in noch wartet, macht man’s sich halt schön.
Vier Stunden Zeit bis zum Check-in? Kein Problem – ich nenne das lieber: vier Stunden Startvorsprung für die Urlaubsgefühle. Also bin ich direkt nach Lefkada-Stadt gefahren. Erste Mission: Supermarkt. Einmal alles, was das Ferienherz begehrt – Wasser, Joghurt, Oliven, Wein… du kennst das. Kühlschrankglück zum Selbermachen.
Und weil danach immer noch ein bisschen Zeit übrig war (und ich ein kleines Hungergefühl nicht ignorieren kann), dachte ich mir: Warum nicht gleich mal was Frisches auf den Teller? Also steuerte ich ein Restaurant ganz in der Nähe meiner Unterkunft an – die Sonne schien, der Magen knurrte, und der Fisch war… ein Gedicht! Frisch, saftig, perfekt gegrillt – und spätestens da wusste ich: Diese Insel hat Potenzial.


So lässt man sich doch gern willkommen heißen, oder?
Just like living in paradise
Und plötzlich war’s kein Lied mehr, sondern Realität.
Keine Minute mehr mit dem Auto – und ich stand vor meiner Unterkunft direkt am Strand. Und mit direkt meine ich: Tür auf, Füße im Sand. Ehrlich gesagt, das hab ich so noch nie erlebt. Und während ich da so ausstieg, lief in meinem Kopf ganz automatisch ein Soundtrack an: Just like living in paradise… – und genau so fühlte es sich auch an.

Das Häuschen? Ein Träumchen. Hell, liebevoll eingerichtet, alles mit einem Blick fürs Detail – man spürt sofort, hier steckt Herz drin. Und dann die Besitzerin: eine Seele von Mensch! Kaum angekommen, versorgte sie mich mit einer Willkommensrunde, die sich sehen lassen konnte: griechischer Honig, selbstgemachte Marmelade, eine Flasche Wein, kühle Dosen Bier – als hätte sie direkt in mein Urlaubswunschbuch geschaut.

Ich stand also da, mit Blick aufs Meer, einem Glas Wein in der Hand und dachte mir: Wenn das der Anfang ist, wie wird dann der Rest?

Spoiler: ziemlich großartig.
Bootstour – Abenteuer auf Ionisch
Kein Führerschein, kein Problem – Hauptsache Meeresbrise und gute Laune!
Man sagt ja, die Ionischen Inseln seien wie gemacht dafür, sie vom Wasser aus zu erkunden – und was soll ich sagen: Man hatte recht.
Ich hatte zwar noch nie selbst ein Boot gesteuert (und war auch nicht wild drauf, das alleine auszuprobieren), also fiel die Entscheidung: Geführte Bootstour it is. Und das war goldrichtig.
Ich dachte, es wird ganz nett. Aber was ich bekam, war: wow.
Tolle Crew, gute Stimmung an Bord, entspanntes Flair – und dabei Inseln, Buchten und ein Farbenmeer, das fast schon unverschämt schön war.
Der Fahrtwind im Gesicht, Sonne auf der Haut, Wasser in allen Blau- und Türkistönen – und das Gefühl, für einen Moment einfach nur treiben zu dürfen.

Einfach rausfahren, staunen, genießen – und zwischendurch mal ins Wasser springen.
Was will man mehr?

Kurs auf Paradies – Mit dem Boot durchs Blau
Guten Morgen, Abenteuer – und hallo Jackie!
Start war um neun am Hafen von Nydri – die Sonne noch mild, die Vorfreude schon riesig.
Unser Kurs? Einmal quer durchs ionische Inselglück. Erster Halt: der charmante kleine Hafen von Meganisi – ruhig, entspannt, mit dem Gefühl, als wäre hier die Zeit stehen geblieben.
Dann tuckerten wir weiter, vorbei an unbewohnten Inselchen, durch das glasklare Wasser, hinein in eine geheimnisvolle Grotte „Papanikolis Cave“, die aussah, als wäre sie einem Piratenfilm entsprungen. Und als hätte das nicht schon gereicht, legten wir in einer einsamen, traumhaften Bucht an – Strand, Sonne und dann… BBQ!
Die Crew zauberte frischen griechischen Salat, brutzelte Fleisch, schenkte Wein ein – und plötzlich saß ich da, mit den Füßen im weißen Kieselstrand und einem Teller Glück auf dem Schoß.
Essen am Strand? Absolut mein Ding.



Auf dem Rückweg gab’s dann noch einen Klassiker:
Vorbei an der berühmten Insel Skorpios, dem einstigen Hideaway von Onassis und Jackie Kennedy – und ja, wir machten sogar einen kleinen Stopp an ihrem Privatstrand.
Ich hätte ewig bleiben können.
Diese Bootstour? Viel mehr als erwartet – und ein Highlight, das noch lange nachklang.
Planlos glücklich – auf Entdeckungstour ohne Navi
Manchmal sind die besten Pläne eben gar keine. Ich hatte weder eine Route noch ein Ziel, nur Sonne im Gesicht, das Meer in Sichtweite und mein Bauchgefühl als Kompass. Die Insel ist ja überschaubar – also habe ich das Navi aus, die Fenster runter und einfach los.


Und siehe da: Die Straßen schlängeln sich mal wild, mal gemächlich durch grüne Hügel, vorbei an Ziegen, Olivenbäumen und dieser typisch griechischen Mischung aus „ach egal“ und „ach wie schön“. Hinter jeder Kurve ein neues Postkartenmotiv – eine Bucht mit türkisblauem Wasser, ein kleines Bergdorf, das sich an den Hang kuschelt, oder einfach nur ein windschiefer Holzzaun vor einem leuchtend blühenden Oleanderstrauch.


Ich habe Strände entdeckt, die nicht mal ein Schild hatten – dafür aber das beste Wasser zum Reinspringen. Und Landschaften, die einem einfach das Herz aufmachen. Kein Stress, kein Zeitplan. Einfach nur fahren, staunen, anhalten, baden, weiterfahren. Lefkada auf gut Glück – und das Glück war auf meiner Seite.
Die bekannten Strände wie Porto Katsiki oder Egremni? Die hab ich ehrlich gesagt einfach mal links liegen lassen. Klar, spektakulär sind sie schon – das sieht man selbst von oben. Ich hab kurz angehalten, den Blick über das schillernde Blau schweifen lassen (Wow-Moment inklusive!) und dann ging’s auch schon weiter.


Denn mein Herz schlägt nicht für die Hotspots mit Massenandrang, sondern für die kleinen, stillen Schönheiten am Wegesrand. Für die Buchten, in denen vielleicht nur zwei Handtücher liegen, und man das Gefühl hat, die Wellen flüstern einem etwas Persönliches zu. Für Strände, die keinen Namen tragen (oder ich hab das Schild verpasst – auch möglich), aber dafür das echte Lefkada zeigen: rau, ruhig, wunderschön.
Kein Lärm, kein Trubel – nur ich, die Natur und dieses tiefenentspannte Inselleben. Genau so wollte ich es. Und genau so hab ich es auch gefunden.
Irgendwann stand dann doch mal ein Name auf meinem imaginären Tagesplan: Avali Beach – und gleich daneben die Paradise Nectar Beach Bar. Irgendwo hatte ich gelesen, dass es dort chillig sein soll, also dachte ich mir: Warum nicht?

Und plötzlich – zack – war ich da. Ohne es zu merken. Ich war einfach weitergefahren, dem Gefühl nach, und stand auf einmal direkt vor der Bar. So liebe ich das! Keine lange Suche, keine Navi-Stimme, die mir hektisch sagt, ich solle bitte jetzt abbiegen – einfach nur: da.
Und der Strand? Ich sag’s euch: Auf Fotos im Netz wirkte er eher unspektakulär. In echt? Ein echtes Juwel! Kein Sand, sondern runde, helle Kiesel – aber wunderschön. Das Wasser? Glasklar und in diesen Blau- und Türkistönen, die man sonst nur aus Filtern kennt. Die Atmosphäre? Tiefenentspannt. Kein Trubel, kein Lärm – einfach ein perfekter Ort zum Abschalten und Seele-baumeln-lassen.

Er steht den großen, berühmten Stränden in nichts nach – im Gegenteil. Vielleicht sogar besser. Weil er nicht so tun muss, als wäre er was Besonderes. Er ist es einfach. Ganz leise. Ganz lässig. Ganz Lefkada.
Lefkada – mein Fazit
Lefkada ist auf jeden Fall eine Reise wert. Und zwar nicht nur wegen der traumhaften Strände und dem glasklaren Wasser – sondern wegen dem Gesamtpaket: dieses gemütliche, unaufgeregte Inselleben, das sofort den Puls senkt und das Herz hebt.
Was mich aber am meisten berührt hat, waren die Menschen. Ich liebe Griechenland – aber die Lefkadier (nennt man sie so?) haben mich nochmal ganz neu begeistert. So herzlich, so offen, so echt. Ich wurde empfangen wie eine alte Freundin, obwohl ich zum ersten Mal da war.
Dazu das gute Essen – einfach, frisch und voller Geschmack. Und dieses Gefühl, dass man hier nichts „muss“, sondern einfach darf: treiben lassen, genießen, entdecken. Lefkada hat sich still und leise in mein Herz geschlichen. Und ich bin ziemlich sicher: Das war nicht mein letzter Besuch.
Mein Tipp für Lefkada:
Nicht stur den Empfehlungen hinterherjagen – Lefkada erlebt man am besten mit offenen Augen, offenem Herzen und einem ausgeschalteten Navi. Einfach drauflosfahren, die Seele baumeln lassen, die Landschaft aufsaugen, das Meer genießen, anhalten wo’s schön ist, essen wo’s gut riecht, baden wo’s leer ist. Kein Stress, kein Plan – nur Lefkada pur. Und genau das macht es so besonders.
