Drei Tage Andalusien – viel Sonne, große Hoffnung und diese eine Straße …

November, 2025 | Spanien

Wenn der November plötzlich Sommer kann

Manchmal braucht es gar nicht viel, um glücklich zu sein.
Zum Beispiel einen Flughafen, der 20 Minuten von zu Hause entfernt ist, ein Ticket nach Málaga – und tschüss Novemberkälte. Hahn, ich mag dich. Sehr sogar.

Und dann kam schon die erste Überraschung: Ryanair.
Ja, ich weiß. Ryanair. Ich war selbst skeptisch. Aber ganz ehrlich? Der Fußraum war top. Wirklich top. Mehr Platz als bei Condor oder Eurowings – fast schon Lufthansa-Gefühl. Wer hätte das gedacht? Ich saß da, streckte die Beine aus und dachte: Okay, Andalusien, das fängt gut an.

Hallo Málaga – ich bin da 🌞

Ein paar Stunden später: Türen auf, Luft einatmen – warm.
Bei uns zu Hause grauer Himmel, dicke Jacken, kalte Finger.
Hier? Sonne, milde Temperaturen, dieses ganz besondere November-aber-bitte-schön-Gefühl.

Ich kam an und dachte nur:
Wow. Schön. Gut. Warm. Nice. Prima.
Manchmal sind die ersten fünf Minuten in einem Land schon genug, um zu wissen: Ja. Genau das habe ich gebraucht.

Eine Finca, ein Traum – und dann wieder diese Straße …

Der Plan war klar: drei Tage Andalusien, ein bisschen schauen, ein bisschen fühlen, vielleicht wieder ein Haus entdecken. Und tatsächlich – irgendwo bei Albuñol tauchte sie auf:
eine kleine Finca, ruhig gelegen, hübsch, genau so ein Ort, bei dem man innerlich schon die Terrasse einrichtet und sich morgens mit Kaffee in der Sonne sieht.

Das Haus? Wirklich toll.
So ein Das-könnte-es-sein-Haus.

Und dann … kam sie.
Die Straße.

Wer meine Griechenland-Geschichten kennt, ahnt es schon:
Horrorstraße. Horrorstrecke.
Schmal, steil, unentspannt – und plötzlich war dieses Gefühl wieder da. Dieses Ja, das Haus ist schön, aber nein, das ist nichts für mein Leben-Gefühl.

Es ist faszinierend, wie schnell ein Traum kippen kann, wenn man merkt, dass der Weg dorthin einfach nicht passt.

Aber stopp – wir sind ja erst angekommen

Doch bevor ich mich wieder zu sehr in Straßen-Gedanken verliere, bremsen wir kurz.
Denn: Ich war ja erst angekommen.
Málaga wartete. Andalusien zeigte sich von seiner warmen Seite. Und diese Reise hatte noch einiges vor.

Ein Mietwagen, der einfach mal funktioniert

Vorab hatte ich mich natürlich informiert. Bewertungen gelesen, Erfahrungsberichte gecheckt – und mich dann für Malaga Car entschieden.
Und was soll ich sagen? Wow.
Ganz ehrlich: eine der besten Autovermietungen, die ich je hatte.

Am Flughafen abgeholt, Shuttlebus, fünf Minuten Fahrt – und dann lief alles tippitoppi. Keine langen Schlangen, kein Chaos, kein unnötiges Blabla. Auto bekommen, Schlüssel in der Hand, fertig. So unkompliziert, dass man sich kurz fragt, warum das eigentlich nicht immer so geht.

Ich liebe es, wenn Dinge einfach funktionieren. Besonders auf Reisen.

Los geht’s – Richtung Albuñol

Und dann: rein ins Auto, Navi an, Ziel Albuñol.
Ich hatte ja einen Termin mit dem Verkäufer – und ein bisschen Herzklopfen sowieso.

Die Autobahn? Spannend.
Nicht langweilig-geradeaus-spannend, sondern richtig gut. Sie führt dich durch Berge, durch Tunnel – und jedes Mal, wenn du wieder ins Licht kommst, wartet eine neue Landschaft auf dich.

Steinig. Felsig. Weit.
Dann wieder hoch hinaus, dann tief hinunter.
Plötzlich Meerblick. Kurz darauf wieder Berge. Und dazwischen dieses Gefühl von: Wow, wie vielseitig kann eine Region eigentlich sein?

Es war eine Fahrt, bei der man nicht einfach nur ankommt, sondern schon unterwegs merkt: Andalusien hat Charakter.

So bin ich schließlich, nach ungefähr anderthalb Stunden, immer weiter Richtung Albuñol gefahren – mit guter Laune, guter Musik und diesem Gedanken im Kopf: Vielleicht wartet da ja wirklich ein kleines Stück Zukunft auf mich.

Warten, Meerblick – und dann diese eine Entscheidung

Blöd nur: Der Verkäufer war noch gar nicht da.
Das wusste ich allerdings nicht. Ich dachte, er wäre schon ein paar Tage vor Ort – war er aber nicht. Er war noch irgendwo auf dem Weg von Deutschland nach Andalusien.

Gut. Kann man nichts machen.
Also habe ich das Beste draus gemacht.

Ich bin zum Strand in der Nähe gefahren, habe mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, Tapas gegessen, ein bisschen gebummelt, ein bisschen durchs Hinterland gefahren und mir die Landschaft angeschaut. Und ganz ehrlich: Alles war wunderschön.
Weite, Ruhe, Farben, dieses besondere Licht. Andalusien kann das einfach.

Endlich angekommen – und los geht die Horrorstrecke

Irgendwann war es dann soweit.
Der Verkäufer kam an, gemeinsam mit ein paar Bekannten – und dann sind wir zusammen losgefahren. Richtung Haus. Richtung Finca. Richtung … ja, genau: Horrorstrecke.

Das Haus selbst? Wirklich schön.
Die Aussicht? Wahnsinn.
Sonnenaufgang über dem Meer.
Sonnenuntergang über dem Meer.
So eine Aussicht, bei der man eigentlich denkt: Das muss es doch sein.

Aber da war sie wieder. Diese Straße.
Diese Strecke, die einem schon bei der ersten Fahrt sagt: Ich werde dir nie richtig guttun.

Eine Nacht, die Klarheit bringt

Ich habe die Nacht dort oben verbracht.
Und manchmal reicht genau eine einzige Nacht, um zu wissen, was man will – oder eben nicht.

Es war mir zu einsam.
Zu abgelegen.
Zu sehr alleine mit mir und der Straße.

So schön das Haus war, so klar wurde mir: Das ist nicht mein Ding.
Nicht mein Leben. Nicht mein Alltag.

Zurück Richtung Meer – und ein Cappuccino als Rettung

Am nächsten Morgen ging es also wieder runter.
Fast eine halbe Stunde Horrorstraße.
So konzentriert, so angespannt, dass mir danach wirklich alles wehgetan hat:
die Zähne, der Kopf, der ganze Körper.

Als ich unten endlich wieder am Meer ankam, wusste ich ganz genau, was ich jetzt brauche.
Nicht mehr denken. Nicht mehr entscheiden.

Einen schönen Cappuccino.
Am Meer. In der Sonne. Punkt.

Küstenstraße, Freiheit und ein bisschen Kalifornien

Nach all der Anspannung dachte ich nur noch eins:
Jetzt bitte gemütlich.

Ich hatte mir kurz vor Málaga ein Hotel gebucht, dort wollte ich übernachten – und bis dahin einfach die Küste entlangfahren. Ohne Stress. Ohne Termine. Nur Straße, Meer und Zeit.

Und was soll ich sagen: Diese Strecke ist ein Traum.

Die Küste zeigt sich hier unglaublich abwechslungsreich. Kleine Buchten, zerklüftete Felsen, dann wieder riesige, tiefe Strände, die sich endlos anfühlen. Alles wirkt weit, offen, frei.
Es hat mich immer wieder an die Westküste Kaliforniens erinnert – nur eben mit andalusischem Licht.

Man fährt, schaut nach links, schaut nach rechts – und denkt ständig: Wow.
Du hast wirklich alle Arten von Stränden. Und manchmal, ganz plötzlich, siehst du vom Strand aus die Sierra Nevada, die Berge im Hintergrund, schneebedeckt. Meer, Sonne, Strand – und Schnee in der Ferne.
Das ist schon ziemlich fantastisch.

Ich bin ganz gemütlich gefahren, habe immer wieder angehalten, bin kurz ausgestiegen, habe die Luft eingeatmet, den Blick genossen. Kein Ziel im Kopf, nur dieses Gefühl von Unterwegssein.

Und genau so sollte sich Reisen manchmal anfühlen.

Garnelen, Nostalgie und ein richtig schöner Abschluss

Kurz vor Benajarafe habe ich noch angehalten. Ein Strandrestaurant, direkt am Meer – und ich bestellte Garnelen.
Und was soll ich sagen: gigantisch lecker.
Nicht nur das Essen war großartig, auch die Preise waren absolut fair. Genau diese kleinen, unerwarteten Glücksmomente, die eine Reise besonders machen.

Danach ging es weiter zu meinem Hotel in Benajarafe.
Ein witziges Hotel. So eines, bei dem man sofort denkt: Das kenne ich doch von früher.
Es erinnerte mich an diese ersten Urlaube mit den Eltern in Italien oder Spanien – ein bisschen retro, ein bisschen Motel-Charakter, aber unglaublich charmant.

Das Personal war wahnsinnig nett.
Ich konnte direkt mit dem Auto vor meinem Zimmer parken – gut, das Zimmer lag im ersten Stock, aber egal. Von meinem Balkon hatte ich eine tolle Aussicht auf den Strand. Meerblick inklusive.

Am Abend bin ich noch am Strand entlang spaziert, habe den Sonnenuntergang genossen, bin kurz in einen kleinen Supermarkt gegangen, habe mir eine Kleinigkeit zu essen und einen Wein geholt.
Zurück ins Hotel, alles ruhig, alles entspannt.

Ich habe dort richtig gut geschlafen – mit dem Gedanken, dass es am nächsten Tag wieder zurück nach Málaga und von dort nach Hause geht.

Drei Tage, die bleiben

Es war eine kurze Reise, aber eine unglaublich intensive.
Viel gesehen, viel gefühlt, viel gelernt – über Orte, über Häuser, über mich selbst.

Andalusien hat mich beeindruckt.
Die Landschaft, die Küste, das Licht, diese Mischung aus Weite und Wärme.
Und auch wenn es diesmal kein Haus geworden ist, war es genau die richtige Reise zur richtigen Zeit.

Manchmal reicht es, loszufahren, um zu wissen, was man sucht – und was eben nicht.

Und genau deshalb hat diese kleine Auszeit so richtig Spaß gemacht. 🌞✨

YouTube Video Andalusien